Michael Karsten

Moin! Ich bin Michael und ein waschechter Hamburger Jung. Ich bin mittlerweile in meinen 40ern angekommen, glücklich verheiratet, Vater eines wunderbaren Sohnes und möchte Dir etwas über mich und die Jahrzehnte erzählen, die ich bis hierher erleben durfte, damit Du ein klares Bild von mir und meiner ganz eigenen Geschichte bekommst, die eine lange Zeit so gar nichts mit Klarheit zu tun hatte.

Geboren wurde ich in Hamburg. Ich bin hier in den Kindergarten und in die Schule gegangen, habe 1994 mein Abitur gemacht und hatte zunächst einmal überhaupt so gar keine Vorstellung, was ich mit mir und meinem Leben nun anfangen sollte.

Da ich es nicht besser wusste, habe ich meinen Wehrdienst absolviert, weil meine Kumpels auch dort hingegangen sind und ich mich sowieso überhaupt nicht damit beschäftigt hatte. Wie Du sicherlich merkst, war das eine Entscheidung, die ich heute anders treffen würde, sofern es die Wehrpflicht noch geben würde. Die Zeit in der Luftwaffe hat mir leider auch nicht helfen können, mir klar darüber zu werden, was ich werden möchte.

Ich hörte dann auf gute Ratschläge, die da lauteten, dass es das sicherste wäre, Beamter zu werden. Nun ja, da ich es nicht besser wusste, stellte ich mich dem Auswahlverfahren und bin, ich kann es nicht anders sagen, grandios gescheitert. Ich erinnere mich an den letzten Teil der Prüfung, da sollte ich Beamtendeutsch in eine verständliche Form übersetzen, obwohl ich es wirklich, ganz ernsthaft probiert habe, war die Ablehnung ein deutliches Zeichen, dass das wohl nicht meine Berufung sein sollte.

Noch immer hatte ich keine Klarheit, zu vielseitig waren meine Interessen. Irgendwas mit Medien klang wie etwas, das ich mir vorstellen konnte. Ich saß gerne vor dem Computer und hielt mich auch für einigermaßen kreativ und so wählte ich ein Studienfach, das sich Mediendokumentation nannte.

Wieder zeigte sich, dass ich nicht genau hingeschaut hatte, weder bei der Ausschreibung, noch in mich selbst. Hätte ich es gewissenhaft getan, dann hätte ich schnell erkannt, dass dies auch nicht mein Weg sein konnte.

Ich erinnere mich an die erste Vorlesung und ich verstand kein Wort. Ich kam mir vor, wie im falschen Film. Vorne am Rednerpult stand ein grauhaariger Professor und erklärte uns, wie bestimmte Bücher formal erfasst werden. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass es dafür ein ganzes, mehrbändiges Regelwerk gab.

Das Studium beendete ich, nicht mit Glanz und auch nicht mit Gloria, es interessierte mich einfach nicht. Ich verbrachte mehr Zeit mit meiner damaligen Band, als in den Vorlesungen, überhaupt fehlte mir noch jede Klarheit darüber, was ich nach dem Studium anfangen würde.

Nach meinem Studium, das ich also aus mir damals nicht verständlichen Gründen tatsächlich erfolgreich abschloss, landete ich in der E-Commerce-Abteilung eines großen Hamburger Versandhauses und fühlte mich zum ersten mal nach meiner Schullaufbahn nicht total fehl am Platze - das war im Jahre 2000. Das Team war großartig, wir hatten sehr viel Spaß und wir bauten einen Online-Shop auf, der bis heute der zweitgrößte in Deutschland ist.

Ein solches Wachstum verändert natürlich einiges und so wuchs das Team schneller und schneller, ich verlor allmählich den Überblick und wieder fühlte ich mich verloren. Das war nicht mehr das familiäre Miteinander, was ich Jahre zuvor noch so geschätzt hatte, Spaß hatte ich auch nicht mehr, ich saß in ertragslosen Meetings und auch der Faktor Stress nahm überhand. Ich wurde krank.

Es ging mir richtig schlecht und trotzdem blieb ich aber bis zum Jahre 2010. Die Wende kam erst während eines Urlaubes in Australien, als ich am Strand auf die Weiten des pazifischen Ozeans blickte und mich fragte: Kann das alles sein? Ist dieser vermeintlich sichere Job das, was ich bis zur Rente machen will, ohne Spaß und ohne das Gefühl zu haben, wirklich etwas bewegen und verändern zu können?

Die Antwort war ein klares „Nein“ und ich fragte mich weiter: „Wenn dies nicht das ist, was ich will, was will ich statt dessen?“. Ich hatte keine konkrete Idee, Freiheit und Spaß waren Begriffe, die mir in den Sinn kamen, eine Tätigkeit, die ich für sinnvoll hielt, so wenig konkret, wie sich das alles abspielte, so konkret war mein Entschluss und ich kündigte.

An dieser Stelle begann meine spannende Reise und ohne genau zu wissen, wo es hingehen sollte, machte ich mich selbstständig. Zunächst in einem Feld, in dem ich bis zuletzt gearbeitet hatte, im Testmanagement, spezieller gesagt im Feld der Software-Testautomatisierung.

Ich ging ein Jahr nach Berlin und arbeitete für eine große Versicherung. Zum ersten mal in meinem Leben nahm ich mir einen Coach an die Seite und endlich bekam ich Klarheit. Ich begriff endlich, wie ich ticke, was mir wichtig ist, was mir gar nicht gut tut. Ich entdeckte meine Stärken und Schwächen und ich fing an, mein berufliches Leben erneut zu sortieren.

Das Testen habe ich sprichwörtlich an den Nagel gehängt. Ich möchte es nicht mehr und das gilt nicht nur für den Bereich Software-Test, sondern auch für meinen beruflichen Werdegang. Ich brauche nicht mehr zu experimentieren. Im Jahr 2012 ließ ich mich zum Business Coach ausbilden, wo ich auch Natalie kennen lernte. Ich bin angekommen.

Diese Tätigkeit erfüllt mich und bereitet mir Spaß und große Freude. Die Persönlichkeitsentwicklung von anderen Menschen begleiten zu dürfen, im 1:1 oder in kleinen Teams, in spannenden Workshops und all den spannenden Begegnungen, die ich machen darf, entsprechen meiner Natur.

All das, was ich damals nicht gesehen habe und ohne Unterstützung auch nicht sehen konnte.

Mit meiner zweiten Leidenschaft, nämlich dem Erschaffen von spannenden Internetprojekten, sind Natalie und ich jetzt dabei, Coaching auch ins Internet zu transportieren, mit dem Ziel Menschen, die sich verändern wollen, dabei zu helfen, ihre eigenen Themen für sich zu bewegen, ihre Ziele zu erreichen, Klarheit zu gewinnen und all das, was vielleicht auch im verborgenen, im unbewussten liegt, ans Tageslicht und auf den Punkt zu bringen.

Dafür stehe ich.

Dein Michael

Da geht noch was © 2017. All rights reserved. Designed by WOOBRO